Q2-Ziele setzen: Das Meeting-Design, das tragfähige Entscheidungen produziert
Quartalsziele werden oft in großer Runde diskutiert und in kleiner gekippt. Ein anderes Meeting-Design für Q2, das hält.
Die meisten Quartalsziele werden zweimal entschieden. Einmal in einem großen Meeting mit allen, einmal in kleineren Runden mit den tatsächlichen Verantwortlichen. Die erste Entscheidung ist oft die sichtbare, die zweite ist die gültige.
Das ist ineffizient. Wer Q2-Ziele setzen will, die am 30. Juni noch gelten, sollte das Meeting-Design umkehren: kleine Gruppen zuerst, große Runde zum Schluss. Dieses Muster macht Entscheidungen tragfähig.
Warum die übliche Reihenfolge nicht funktioniert
Die klassische Dramaturgie sieht so aus: Geschäftsführung lädt das ganze Führungsteam zum Q2-Strategie-Meeting ein. Zwei Stunden Diskussion, am Ende stehen fünf Ziele an der Tafel. Die Teilnehmer:innen gehen nach Hause.
In den folgenden zwei Wochen melden sich einzelne Bereichsleiter:innen bei der Geschäftsführung und erklären, warum “ihr” Ziel nicht so funktionieren kann, wie beschlossen. Änderungen werden vorgenommen, ohne dass das Plenum es mitbekommt. Am 30. Juni sind die tatsächlich verfolgten Ziele selten identisch mit den am 1. April beschlossenen.
Die umgekehrte Reihenfolge
Phase 1: Kleine Runden (eine Woche vor dem großen Meeting). Die Geschäftsführung sitzt mit jedem Bereichsleiter, jeder Bereichsleiterin einzeln zusammen. Pro Gespräch dreißig Minuten. Die Fragen: Welche drei Dinge müssen in eurem Bereich in Q2 passieren? Was sind die Risiken? Was sind die Abhängigkeiten zu anderen Bereichen?
Diese Gespräche sind nicht öffentlich. Sie sind ehrlich, weil sie nicht gegen ein Auditorium formuliert werden müssen.
Phase 2: Synthese (die Tage vor dem großen Meeting). Die Geschäftsführung synthetisiert die Einzelgespräche. Welche Muster zeigen sich? Wo sind Widersprüche? Welche Prioritäten überschneiden sich, welche konkurrieren?
Das Ergebnis ist kein fertiger Plan, sondern ein Diskussionspapier. Drei bis fünf Themen, die im großen Meeting geklärt werden müssen.
Phase 3: Das große Meeting (eine Stunde, nicht zwei). Die Teilnehmer:innen kommen nicht mehr, um ihren Bereich zu vertreten. Sie kommen, um die drei bis fünf Querschnitts-Themen zu klären. Weil die Einzelinteressen bereits erhoben sind, geht es um Kompromiss und Priorisierung, nicht um Verteidigung.
Phase 4: Die Verbindlichkeit (im selben Meeting). Am Ende der Stunde: Für jedes Ziel gibt es eine verantwortliche Person, ein klares Messkriterium, ein Review-Datum. Ohne das wäre der ganze Aufwand sinnlos gewesen.
Was die Location beitragen muss
Das Format funktioniert am besten, wenn die Phasen in verschiedenen Räumen stattfinden. Einzelgespräche in einem kleinen Raum oder im Innenhof. Die Synthese allein. Das große Meeting im Plenum.
Im LOFT1080 ist das alles an einem Ort möglich. Das Hauptniveau für Plenumsformate, die Plattform für kleine Runden oder Rückzug, der Innenhof für bilaterale Gespräche. Ein Tag reicht für alle vier Phasen, wenn ihr vorab die Einzelgespräche im LOFT1080 halten wollt.
Häufige Fragen
Lohnt sich der Aufwand für vier Phasen? Für Quartals- und Jahresplanung ja. Für Monatsplanung nein. Die Faustregel: Je länger der Horizont, desto mehr zahlt sich die mehrstufige Entscheidungsfindung aus.
Was, wenn nicht alle Bereichsleiter:innen in der ersten Phase verfügbar sind? Dann verschiebe das Q2-Startdatum um eine Woche. Ein unvollständiges Bild aus den Einzelgesprächen macht die Synthese wertlos.
Wie oft sollte das Format wiederholt werden? Einmal pro Quartal reicht. Ein Jahr hat vier Zyklen. Wer das Format zweimal pro Quartal macht, hat keine Zeit zum Umsetzen.
Wer das Format typischerweise nutzt
Unternehmen mit fünfzig bis fünfhundert Mitarbeiter:innen, bei denen das Führungsteam groß genug ist, dass Einzelinteressen sichtbar werden, aber klein genug, dass Einzelgespräche machbar sind. Bei dreitausend Mitarbeiter:innen skaliert das Muster nicht, dort braucht es andere Mechanismen.
Beratungs- und Professional-Services-Firmen nutzen es oft, weil die Bereichsleiter:innen dort besonders eigenständig agieren und ein reines Plenums-Format nicht ausreicht.
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