Diversity & Inclusion Board: Ein Tag für die harte D&I-Arbeit jenseits der Jahresberichte
Warum D&I-Boards einen Ort brauchen, an dem sie wirklich reden können. Ein Tag in Wien für Strategie, Daten und das 1:1 zwischen DEI Lead und CEO.
Ein Satz, den wir in den letzten Jahren oft gehört haben, kurz bevor eine Gruppe ihr D&I-Board tagen lässt: “Wir können das nicht im Headquarter machen.” Dahinter stehen keine Ausreden, sondern Erfahrung. Wenn das Board über Beschwerdedaten, über die Gender-Pay-Gap-Analyse und über einzelne Beförderungsfälle spricht, darf nebenan nicht jemand durch die Glaswand vorbeilaufen, der drei Minuten später in der Kaffeeküche neben einer der betroffenen Personen steht.
Genau für solche Tage ist der Loft gedacht. Eine Gruppe, ein Loft, ein Innenhof, eine feste Ansprechperson aus dem Team. Kein Parallelbetrieb, keine fremden Ohren in der Teeküche, keine Hotellobby mit Zufallsbegegnungen. Wenn ihr wollt, unterschreibt Alexander vorab eine NDA. Das ist nicht Theater, sondern Standard für diese Art von Runde.
Warum der Jahresbericht nicht die Arbeit ist
Der D&I-Report, den ihr jedes Jahr veröffentlicht, ist das Ergebnis. Die Arbeit findet vorher statt, in genau den Sitzungen, die selten dokumentiert und noch seltener nach außen beschrieben werden. Dort sitzen Chief Diversity Officer, VP People, zwei oder drei Leads von Affinity Groups, eine externe DEI-Beraterin, vielleicht ein Mitglied des Aufsichtsrats. Die Themen: Wo stehen wir bei den Zahlen, die wir uns selbst gesetzt haben. Welche Praktiken funktionieren nicht. Welche Beschwerden aus dem letzten Quartal haben ein Muster ergeben, das niemand ignorieren darf.
Diese Gespräche sind politisch. Wer wird befördert, wer nicht, warum bleibt die Gender-Gap im mittleren Management stabil, obwohl drei Programme laufen. Das sind keine Fragen, die in einem hybriden Call mit 14 Kacheln und einer schwankenden Leitung beantwortet werden. Die brauchen einen Raum, der ruhig genug ist, um auch unbequem zu sein.
Wie wir den Tag bauen
Wir schlagen eine Dreiteilung vor, die sich in der Praxis bewährt hat.
Vormittag, runder Tisch auf dem Hauptniveau. Das ganze Board sitzt zusammen, der 65-Zoll-Screen zeigt das Dashboard mit den aktuellen Kennzahlen, die externe Beraterin moderiert oder jemand aus eurem Haus. Hier fällt die strategische Linie für die nächsten sechs Monate. Keine Laptops für die anderen, kein paralleles Mailen. Wer etwas notiert, notiert auf Papier, das am Ende im Shredder landet oder mit nach Hause geht.
Nachmittag, Subgruppenarbeit auf der Plattform. Zwei oder drei Untergruppen teilen sich den großen Workshop-Tisch oben, um an konkreten Praxisbereichen zu arbeiten. Recruiting-Pipeline, Beförderungskriterien, Beschwerdeprozess, Return-to-Work-Policy. Jede Gruppe bekommt ein Pinboard, Flipchart, Marker. Die Ergebnisse kommen am späten Nachmittag zurück in den großen Kreis.
Zwischendurch, das Gespräch, das sonst nie stattfindet. Der Innenhof ist der Ort, an dem die DEI-Leiterin und die CEO zwanzig Minuten alleine reden können, ohne dass es demonstrativ wirkt. Grüne Wand, Straßengeräusch weit weg, niemand, der mithört. Diese zwanzig Minuten sind oft die wichtigsten des Tages. Uns ist schon mehrfach erzählt worden, dass genau hier eine Zusage gegeben oder eine Grenze gezogen wurde, die danach alles verändert hat.
Technik, die sich zurückhält
Für ein D&I-Board ist das Wichtigste an der Technik, dass sie funktioniert und nicht ablenkt. Der Screen zeigt Zahlen, wenn Zahlen gebraucht werden, und ist aus, wenn er nicht gebraucht wird. Wireless Casting, damit die externe Beraterin ihren Rechner aufklappen und in zehn Sekunden auf dem Screen sein kann. Dimmbares Licht, damit ihr nachmittags nicht in einer OP-Beleuchtung sitzt, wenn das Gespräch schwierig wird. Für eine Aufzeichnung raten wir bei dieser Art Sitzung eher ab. Wenn doch, habt ihr den Livestream-Aufbau, aber wir sprechen vorher darüber, ob ihr das wirklich wollt.
Handys liegen in einer Schale am Eingang. Das ist keine Vorschrift, das ist ein Angebot. Die meisten Boards, die zu uns kommen, nehmen es an.
Warum externe Stimmen leichter fallen
Ein D&I-Board ohne externe Perspektive wird schnell zur Echokammer. Die DEI-Beraterin, die einmal im Quartal dazukommt, die Vertreterin aus der akademischen Forschung, der Anwalt für Arbeitsrecht, der die rechtliche Seite der Beschwerdefälle einordnet. Diese Personen reden anders, wenn sie nicht in einem Firmenraum sitzen. Kein Empfangsschild, keine firmeneigene Kaffeemaschine mit Logo, kein Gefühl, dass die Umgebung bereits eine Antwort vorgibt. Der Loft ist neutral genug, damit eine externe Stimme wirklich extern klingen kann.
Für die internen Teilnehmer:innen aus Affinity Groups ist das ähnlich. Wer als Sprecher:in einer Mitarbeitendennetzwerkgruppe ins Board geholt wird, redet im Headquarter anders als an einem Ort, der nicht nach dem eigenen Arbeitgeber riecht. Weniger Selbstzensur, mehr Substanz.
Catering ohne Unterbrechung
Kaffee von Bieder & Maier, Tee, kaltes Wasser, Snacks über den Tag, ein kleines Buffet zur Mittagszeit. Das Team bringt das lautlos, meist zwischen den Blöcken. Wer mit dem ALL-IN-Paket bucht, muss sich um nichts kümmern. Für ein Board mit bis zu 20 Personen reicht ALL IN. Kommt ihr mit mehr, oder wollt ihr am Abend mit einem Gast aus der Forschung oder Politik abschließen, sprechen wir über CULINARIUM und die Bar oben auf der Plattform.
Nachmittags um fünf
Wenn ein D&I-Board gut läuft, verlässt niemand den Loft mit dem Gefühl, eine Pflichtübung abgehakt zu haben. Es gibt drei oder vier Entscheidungen, die vorher offen waren, und die jetzt geschlossen sind. Es gibt ein bis zwei unangenehme Wahrheiten, die jetzt auf dem Tisch liegen, statt weiter im Hintergrund zu gären. Und es gibt ein Papier, das ihr mitnehmt und das nicht sofort in einen Bericht geht, sondern in die Arbeit der nächsten Monate.
Wenn du so einen Tag planst, ruf uns an, schreib eine Mail oder komm zur Besichtigung vorbei. Wir gehen dann einmal durch den Loft, zeigen dir den Innenhof, reden über den Ablauf und über die Vertraulichkeit. Das erste Gespräch bleibt bei uns, unabhängig davon, ob ihr danach bucht oder nicht.
Eurer Meeting bei uns?
Schreib uns, was du vorhast. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Vorschlag.