Annual Sales Leader Summit: Wenn Regional Heads und Key-Account-Leads zusammenplanen
Warum der Annual Sales Leader Summit ein eigenes Format braucht, und wie die fünfzehn wichtigsten Leute in der Sales-Org einen Tag lang das Jahr wirklich planen.
Ein Mittwoch im November, neun Uhr. Fünfzehn Leute sitzen am runden Tisch auf dem Hauptniveau. Die VP Sales, vier Regional Heads aus DACH, UK und Nordics, drei Key Account Directors, die Sales-Ops-Lead mit ihrem Laptop offen, die Sales-Enablement-Lead, dazu der Director Channel Sales und die Analystin aus dem Ops-Team. Der 65-Zoll zeigt das Pipeline-Dashboard. Die VP schiebt den Kaffee beiseite und sagt, bevor wir ins Deck gehen, möchte ich von jeder Region in fünf Minuten hören, wo das Jahr wirklich steht. Keine Präsentation, keine Story. Zahl, Commit, Risiko.
Das ist kein Sales Kickoff. Ein SKO ist der Moment, in dem die ganze Sales-Org das neue Jahr in den Mund nimmt. Der Annual Sales Leader Summit ist das, was im stillen Monat davor passiert: die fünfzehn Menschen, die in diesem Jahr die Zahlen verantworten, planen es zusammen durch. Wenn das gelingt, hat der SKO im Jänner überhaupt eine Substanz.
Warum der normale Konferenzraum für diesen Tag der falsche Ort ist
Wir sehen dieses Meeting in zwei Varianten, und die eine funktioniert nicht.
Die eine Variante ist der große Meeting-Raum in der Zentrale, Freitag Nachmittag eingeschoben, drei Stunden, die dann auf fünf rutschen. Die Regional Heads argumentieren für ihre Territorien, ohne dass jemand den strukturellen Check macht. Die Sales-Ops-Lead berichtet über Systeme, die alle zu nutzen versprochen haben und die niemand wirklich nutzt, und nickt höflich, während der Regional Head aus UK erklärt, warum sein Team das CRM ab Q2 wieder konsequent pflegen wird, so wie im Vorjahr, so wie im Jahr davor. Die VP Sales verteidigt Zahlen, bei denen sie selbst nicht sicher ist, weil drei Ebenen Öffentlichkeit im Raum sind und weil nach dem Meeting noch ein anderes Meeting beginnt.
Die andere Variante ist ein dedizierter Tag, außerhalb der Zentrale, mit einer festen Dramaturgie. Ein Tag, an dem die Ops-Lead nicht nur den Status berichtet, sondern gefragt werden darf, welches System sie ab Jänner abschaltet, wenn das Team es nicht nutzt. Ein Tag, an dem die VP einmal ohne Publikum mit dem Regional Head sprechen kann, dessen Region seit zwei Quartalen zwanzig Prozent unter Plan liegt.
Was an so einem Tag wirklich passiert
Der Stoff ist unangenehm konkret. Pipeline-Review pro Region, nicht als Scroll durch das Dashboard, sondern als Verhandlung. Welche Deals sind Commit, welche sind Best Case, welche sind das Märchen, das wir uns seit Juli erzählen. Account-List-Surgery bei den Key Accounts: welche zwanzig Namen kommen auf die strategische Liste für nächstes Jahr, welche zehn fallen herunter, wer bekommt welchen Account, und was heißt das für die Ressourcen im Field.
Dann die Territorial-Diskussion. Die ist der klassische Zankapfel. Ein Regional Head hat im laufenden Jahr überperformt, weil er einen Account zugeteilt bekommen hat, der historisch nicht in seine Region gehört. Ein anderer hat unterperformt, weil ihm drei Logos weggenommen wurden. Wer das im großen Raum ohne Struktur diskutiert, produziert Sieger und Verlierer. Wer es mit einer klaren Methodik durchgeht, produziert eine Territory-Map, die im Jänner steht.
Dann der Competitive-Teil. Welcher Wettbewerber schlägt uns wo, und warum. Das ist die Konversation, die in der Zentrale nicht ehrlich stattfindet, weil immer jemand mitschreibt oder weiterspielt. Die Regional Heads wissen es sehr genau. Sie sagen es aber nur, wenn der Raum es zulässt.
Dann Ressourcen: welcher SDR-Pod wächst, welcher schrumpft, wo braucht es einen weiteren Solution Engineer, wo eine zweite AE-Rolle. Und die Ops- und Enablement-Vorhaben: was baut Ops im Q1 um, welche Trainings laufen wann, welche Playbooks werden neu geschrieben.
Warum ein Offsite die Qualität der Gespräche verändert
Wenn zehn bis zwanzig Menschen in einem Raum sitzen, der nicht ihre Zentrale ist, reden sie anders. Die Regional Heads checken seltener ihr Handy, weil sie nicht zwischen Kundencalls eingeklemmt sind. Die VP Sales hat den Kopf frei, weil sie nicht alle zehn Minuten gefragt wird, ob sie kurz am Forecast-Call teilnimmt. Und es gibt Gespräche, die nur am Rand eines Tages stattfinden. Der Walk im Innenhof zwischen der VP und dem underperformenden Regional Head ist eines davon. Diese Gespräche sind am Ende oft wichtiger als die Slides.
Wie so ein Tag im LOFT1080 konkret läuft
Wir sehen dieses Format regelmäßig, meist mit zwölf bis achtzehn Menschen.
Vormittags sitzt die ganze Gruppe am runden Tisch auf dem Hauptniveau. Pipeline-Dashboard auf dem 65-Zoll, jede Region sieht ihre eigenen Zahlen und die Zahlen der anderen, und zwar nebeneinander. Die Ops-Lead fährt das Dashboard, die VP moderiert, jede:r Regional Head hat zehn Minuten für den eigenen Status und fünf Minuten Fragen. Das klingt straff, und das ist auch straff. Der Punkt ist, dass in zwei Stunden tatsächlich alle Regionen durch sind und nicht drei.
Vor dem Mittag bricht die Gruppe in Paare auf. Region plus Ops. Das ist die Phase, in der Systeme, Territory-Logik und Datenqualität pro Region konkret angefasst werden. Zwei Paare nehmen den großen Workshopdesk oben auf der Plattform, zwei bleiben unten in der Lounge, eines geht raus in den Innenhof, wenn das Wetter mitspielt. Der 55-Zoll auf der Plattform läuft als zweites Display, wenn zwei Paare parallel auf Ops-Daten schauen. Nach fünfundvierzig Minuten rotieren die Paare. Bis zum Mittag hat jede Region mit Ops eine halbe Stunde einzeln gehabt, was im normalen Quartal nie passiert.
Mittagessen im Innenhof, wenn das Wetter erlaubt. Das ist weniger ein Pausenpunkt als der Raum, in dem zwei Regional Heads den Territory-Streit informell vorklären, bevor er am Nachmittag auf den Tisch kommt.
Nachmittags zurück am runden Tisch, Account-List-Surgery. Namen auf Karten, Karten an die Pinnwand, jeder Key Account Director und jede Region argumentiert für die Liste, die er oder sie vertritt. Die VP schneidet. Am Ende steht eine Liste, nicht eine Stimmung.
Und dann, gegen sechzehn Uhr, der Teil, den die Agenda nicht ausweisen muss, aber ermöglichen sollte: die VP Sales geht mit dem Regional Head, dessen Region unterperformt hat, eine Runde in den Innenhof. Zwanzig Minuten, ohne Zuseher:innen. Das ist das Gespräch, das in der Zentrale nie stattfindet, weil immer jemand kommt. Hier findet es statt. Mehr zum Raum.
Was diesen Tag von einem SKO unterscheidet
Der Sales Kickoff ist ein Sendetag mit einem hohen Enablement-Anteil. Hundert Leute, neue Story, neuer Pitch, neue Ziele. Der Sales Leader Summit ist das Gegenteil: zehn bis zwanzig Leute, keine Story, nur Zahlen und Entscheidungen. Wer beide in dieselbe Agenda schiebt, verliert beide.
Wir empfehlen den Summit als eigenständigen Tag, idealerweise vier bis sechs Wochen vor dem SKO. Dann geht die VP in den Kickoff mit einer Number, die ihr Leadership-Team im Detail mitträgt, statt ihr nur zugehört zu haben.
Wenn du als CRO, VP Sales oder Sales-Ops-Director einen solchen Tag für dein Leadership-Team planst und wissen willst, wie die Dramaturgie bei fünfzehn Leuten in diesem Loft konkret aussähe, sag uns ein Datum und die Teamgröße. Unter /kontakt reicht ein Zweizeiler, und das Team meldet sich mit einem Vorschlag.
Eurer Meeting bei uns?
Schreib uns, was du vorhast. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Vorschlag.