Onboarding-Tag für eine neue CEO: Was in den ersten 30 Tagen entschieden wird
Wie ein strukturierter Onboarding-Tag für eine neu bestellte externe CEO aussieht, was entschieden wird und warum der Raum zählt.
Die Bestellung ist durch, der Vertrag unterschrieben, die Pressemitteilung liegt in der Schublade. Zwischen diesem Moment und dem ersten offiziellen Arbeitstag liegen oft vier, fünf, sechs Wochen. In dieser Zeit hat die neue CEO noch kein Büro in der Firma, der Vorstand hat noch keine gemeinsame Sprache mit ihr, und die Bereichsleitungen wissen nicht, wie offen sie sprechen dürfen. Genau hier setzt der Onboarding-Tag an, den wir inzwischen mehrfach bei uns hatten.
Das Format ist nicht neu, aber es wird selten sauber gemacht. Ein Tag, acht bis zwölf Personen, kondensierte Exposition zum Geschäft, Erwartungshaltung des Boards, die großen offenen Entscheidungen. Wenn dieser Tag funktioniert, hat die neue CEO nach zehn Stunden ein tragfähiges Bild. Wenn er nicht funktioniert, beginnt sie am ersten offiziellen Tag mit einem Rückstand, den sie in sechs Monaten aufholen muss.
Warum der Ort hier wirklich zählt
Die beiden naheliegenden Orte sind beide falsch. Das Firmen-HQ funktioniert nicht, weil die neue CEO dort noch kein Büro, kein Namensschild und keine eigene Geste hat. Sie sitzt als Gast in ihrem späteren Haus. Das Büro der Aufsichtsratsvorsitzenden funktioniert auch nicht, weil es das falsche Signal an die Bereichsleitungen sendet: die Neue wird aus dem Board heraus installiert, nicht ins Unternehmen hinein.
Was du brauchst, ist ein dritter, neutraler Ort. Nah genug am Geschäft, dass die Anreise kein Argument ist. Weit genug weg, dass niemand zwischen zwei Terminen aus dem Raum verschwindet. Ruhig genug, dass vertrauliche Themen auch vertraulich bleiben. Das ist genau der Grund, warum dieses Format bei uns landet.
Die Struktur eines Tages, die sich bewährt hat
Der Vormittag gehört dem Geschäft. Die fünf bis sieben wichtigsten Funktionsleitungen, meist CFO, COO, CPO, CTO, CHRO und die zwei, drei größten Bereichsverantwortlichen, präsentieren den aktuellen Stand. Nicht das Hochglanz-Deck aus der letzten Investor Relations Runde, sondern eine ehrliche Lagebeurteilung. Was läuft, was nicht, was gerade kippt.
Für diesen Teil nutzen wir den runden Tisch auf dem Hauptniveau. Keine Stirnseite, keine Hierarchie in der Sitzordnung. Das klingt nach Detail, ist aber am ersten Tag entscheidend. Die neue CEO hat noch keine Autorität, die sie über eine Kopfposition am Tisch ausspielen könnte. Und die Bereichsleitungen haben noch keine Einschätzung, ob sie sie sich nehmen dürfte.
Nach dem Mittag verschieben sich die Gespräche in den Einzel-Modus. Jede Funktionsleitung bekommt vierzig Minuten mit der neuen CEO, während der Rest der Gruppe im Hauptraum weiterarbeitet oder im Innenhof Telefonate abarbeitet. Für diese Einzelgespräche führen wir nach oben auf die Plattform, Bar und Arbeitsplatz, akustisch abgesetzt vom Hauptniveau, aber nicht in einem anderen Raum. Die Bereichsleitung redet frei, die Gruppe unten bleibt im Fluss.
Der Nachmittag mit dem Board
Gegen sechzehn Uhr wechselt die Runde. Die Funktionsleitungen gehen, Chair und zwei bis drei Kern-Boardmitglieder kommen nach. Jetzt geht es um den Mandatsrahmen, die Erwartungshaltung, die roten Linien. Was darf die neue CEO in den ersten hundert Tagen alleine entscheiden, wo braucht sie Rücksprache, was ist schon beschlossen und wird nicht mehr aufgemacht.
Das ist die Stelle, an der die Qualität des Raumes wieder über die Qualität des Gesprächs entscheidet. Wenn der Chair und die neue CEO nach eineinhalb Stunden in der Plenarrunde noch dreißig Minuten alleine brauchen, für das, was zwischen den beiden zu klären ist, dann hat der Innenhof bei uns schon oft die Arbeit übernommen. Zehn Minuten gehen im Grünen, sitzend, ohne Tisch dazwischen. Das ist kein Stilmittel, das ist ein anderer Gesprächstyp.
Was am Ende des Tages entschieden ist
Ein gut gemachter Onboarding-Tag entscheidet nicht die Strategie der nächsten drei Jahre. Das wäre vermessen. Er entscheidet vier Dinge konkret: welche zwei oder drei Themen in den ersten 30 Tagen Priorität haben, welche laufenden Entscheidungen die neue CEO übernimmt und welche sie bewusst liegen lässt, welche Bereichsleitung sie in den ersten Wochen intensiver sehen will, und welches Boardmitglied ihre regelmäßige Sparring-Partnerin wird. Vier Entscheidungen, aber mit einer Sauberkeit, die sich den Rest des Jahres auszahlt.
Was wir vorher klären
Weil an solchen Tagen fast immer anhängige strategische Themen auf den Tisch kommen, M&A-Prozesse, Restrukturierungsvorhaben, Personalentscheidungen auf der Ebene minus eins, unterzeichnet Alexander auf Wunsch vorab eine NDA. Das ist für die meisten Executive-Search-Partner und Chiefs of Staff, die solche Tage koordinieren, der Moment, in dem sie wissen: wir können hier wirklich reinsetzen, was auf dem Tisch liegt.
Wir geben keine Empfehlung zur Agenda. Die gehört dem Chair oder der begleitenden Beraterin. Wir geben einen Raum, einen festen Ansprechpartner aus dem Team für den Tag, Technik, die einfach funktioniert, und Catering, das sich nicht in den Vordergrund drängt.
Für wen dieser Text ist
Wenn du Chief of Staff für eine neu bestellte CEO bist, einen solchen Tag für deine Vorsitzende planst oder aus einer Executive-Search-Perspektive die Transition begleitest, dann weißt du, dass dieser Tag die Qualität der ersten sechs Monate definiert. Schreib uns mit einem Datumsfenster und der ungefähren Gruppengröße. Wir rechnen dir das passende Paket und halten dir den Tag.
Eurer Meeting bei uns?
Schreib uns, was du vorhast. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Vorschlag.