Es ist Dienstag, 8:30 Uhr. Die CEO steht am runden Tisch, hinter ihr läuft Slide 3 der Equity Story auf dem 65-Zoll-Screen, und ihr gegenüber sitzen drei Menschen, die sie nicht kennt: der Lead Banker und zwei ehemalige Buy-Side-Analysten, die heute das simulierte Investor:innen-Panel spielen. In neun Tagen beginnt die Roadshow in Frankfurt. Danach London, Zürich, Paris, New York. Zehn bis vierzehn Tage, in denen sie und der CFO täglich acht bis zwölf Einzeltermine mit institutionellen Investor:innen absolvieren werden. Was in diesen zwei Tagen im LOFT1080 passiert, entscheidet, wie diese Termine laufen.

Warum die Generalprobe der eigentliche Ernstfall ist

Der Prospekt ist finalisiert, die Analyst Presentation steht, die Zahlen sind testiert. Jetzt geht es nicht mehr um Inhalte, sondern um Performance. Die CEO muss in 45 Minuten eine Geschichte erzählen, die ein erfahrener Fondsmanager in den ersten zwei Minuten bewertet. Der CFO muss aus dem Stand Margenentwicklung, Capex-Profil und Working-Capital-Dynamik erklären, ohne ins Skript zu rutschen. Wenn das in der Generalprobe nicht sitzt, sitzt es auch in Zürich nicht.

Die zwei bis drei Tage Dress Rehearsal vor der Roadshow sind die letzte Gelegenheit, die Equity Story zu straffen, das Q&A zu härten und das Zusammenspiel zwischen CEO und CFO zu kalibrieren. Erstaunlich oft stellen wir fest, wie selten dieser Termin in einer Umgebung stattfindet, die ihm gerecht wird.

Wer typischerweise im Raum steht

Bei den meisten Generalproben, die wir begleitet haben, sind sechs bis neun Personen dabei: CEO, CFO, IR Director, die externe IR-Beratung, der Lead Banker aus dem ECM-Team, gelegentlich der Chairman, manchmal noch eine zweite Person aus dem Syndikat. Dazu das simulierte Panel, meist der Banker plus zwei ehemalige Investor:innen, die für diesen Tag gebucht sind, um unbequeme Fragen zu stellen.

Das ist eine dichte Runde. Jede einzelne Person trägt Verantwortung, jede hat eine Meinung, und der Egoraum, den diese Konstellation erzeugt, ist nicht trivial. Wenn der CFO nach einem missglückten Durchlauf ehrliches Feedback vom Banker bekommen soll, darf die Umgebung das nicht noch verstärken.

Warum ein neutraler Ort zählt

Die Generalprobe im eigenen Haus funktioniert selten. Zu viele Unterbrechungen, zu viele Kolleg:innen, die vorbeischauen, zu wenig Distanz zum operativen Lärm. Die Generalprobe in der Bank funktioniert auch nicht immer, weil das Machtgefälle im Raum die Offenheit kostet, die eine gute Probe braucht. Ein neutraler, premiumer Ort löst beide Probleme. Keine interne Historie, keine Bank-Hierarchie, kein Publikum außerhalb der Tür.

Das ist auch einer der Gründe, warum wir nur eine Gruppe pro Tag ins Haus lassen. Wenn auf der anderen Seite des Ganges eine andere Firma tagt, funktioniert die Vertraulichkeit nicht, die dieses Format braucht. Die Details der Equity Story, die Zahlen im Q&A-Training, die Namen der Investor:innen im Targeting-Dokument: das sind Informationen, bei denen du keine zwei Meter Flurlaufwege zwischen dir und einer fremden Gruppe willst. Mehr zu dem Gedanken unter vertrauliche Meetings.

Wie wir den Raum für dieses Format bauen

Die Generalprobe läuft bei uns fast immer in zwei Modi parallel. Unten, am runden Tisch mit dem 65-Zoll-Screen, entsteht das simulierte Investor:innen-Meeting. CEO und CFO sitzen den drei Panel-Mitgliedern gegenüber, die Slides laufen wie in der echten Session, Zeit wird mitgestoppt. Das ist ein Setup, das genau das nachbildet, was drei Tage später in einem Hotel-Suite-Meetingroom in Mayfair oder in einem Bürogebäude an der Park Avenue passieren wird.

Oben, auf der Plattform, am großen Workshop-Tisch, findet das Debrief statt. Zwischen zwei Durchläufen gehen alle die Aufnahme durch, arbeiten die Slides nach, überarbeiten das Key-Messages-Dokument. Der 55-Zoll-Screen oben zeigt den Redaktionsstand, der Flipchart hält das Q&A-Log fest. Dass beides im selben Loft stattfindet, nur ein paar Stufen getrennt, macht den Wechsel schnell und sauber. Kein Raumwechsel, kein Logistik-Reibungsverlust.

Der Innenhof als dritter Modus

Den Innenhof unterschätzen viele, die das Format zum ersten Mal bei uns machen. Genau dort verbringen CEO und CFO die fünf Minuten zwischen zwei Durchläufen, die sie brauchen, um den Kopf zu leeren. Ruhig, grün, von der Straße abgeschirmt. Kein Handydisplay, kein Kollege mit der nächsten Frage. Fünf Minuten allein oder zu zweit, dann wieder rein.

Im August, wenn viele Roadshows vor der Herbstsaison laufen, ist das eine konkrete Ressource, nicht Kosmetik. Der CFO, der nach einem harten Q&A-Durchlauf allein im Innenhof steht und sich sammelt, kommt als andere Person zurück an den Tisch.

Vertraulichkeit und Infrastruktur

Zwei Punkte, die bei diesem Format immer kommen. Erstens: NDA. Alexander Raffeiner, Gründer und Inhaber, unterschreibt routinemäßig Vertraulichkeitsvereinbarungen, die vom Syndikat, der Emittentin oder der beratenden Kanzlei vorgelegt werden. Zweitens: Wi-Fi. Unser 5G-Business-Netz ist für 35 gleichzeitige Nutzer:innen dimensioniert, was in einer Neun-Personen-Generalprobe reichlich Reserve lässt, auch wenn der Lead Banker parallel mit dem Syndikat in London telefoniert und die IR-Beratung gleichzeitig das Targeting-Dokument aktualisiert.

Office-Infrastruktur darüber hinaus klären wir für dein Format vorab. Was dein Team an gedruckten Unterlagen braucht, planen wir mit der festen Ansprechperson aus dem Team, die eure Session begleitet. Mehr zum Ablauf unter Kontakt.

Was wir gelernt haben

Zwei Beobachtungen aus den Generalproben, die wir begleitet haben. Erstens: Die besten Durchläufe sind die, in denen das Panel wirklich hart spielt. Wenn der ehemalige Buy-Side-Analyst in der Probe die gleiche unbequeme Frage dreimal stellt, bis die CEO sie sauber beantwortet, ist das die Investition, die sich in Zürich auszahlt.

Zweitens: Die Debriefs sind mindestens so wertvoll wie die Durchläufe. Die zwanzig Minuten oben auf der Plattform, in denen IR-Beratung, Banker und Chairman gemeinsam mit CEO und CFO die letzte Session sezieren, sind der Raum, in dem das eigentliche Lernen passiert. Eine Generalprobe ohne saubere Debrief-Architektur ist verschenkt.

Wenn deine Roadshow näher rückt

Wenn dein Unternehmen kurz vor der IPO-Roadshow steht oder du als IR Director, ECM-Banker:in oder IPO-Beratung gerade die Vorbereitungslogistik für eine österreichische Emittentin planst, reden wir gern über Termine und Format. Zwei bis drei volle Tage, eine Gruppe im Loft, alles andere abgeschirmt. Schreib uns unter welcome@loft1080.at, oder sieh dir den Raum vorab an.