CIO-Offsite: Warum die Rolle der Chief Information Officer längst keine IT-Rolle mehr ist
Warum ein CIO-Offsite kein IT-Strategietag ist, sondern ein Business-Strategietag, und was ein guter Raum dafür leisten muss.
Die CIO kommt fünf Minuten zu früh, stellt ihren Laptop auf den Tisch und macht das, was sie vermutlich in jedem neuen Raum macht: Sie verbindet sich mit dem WLAN, öffnet ein Terminal und pingt ein paar Adressen. Erst dann setzt sie sich hin, nimmt den Kaffee entgegen und sagt: “Gut. Dann können wir anfangen.”
Das ist kein Klischee. Das ist tatsächlich passiert, und es passiert regelmäßig. Wer heute als CIO in einen Raum kommt, um einen Tag lang über Strategie zu reden, prüft zuerst die Infrastruktur. Nicht aus Misstrauen, sondern weil es Reflex ist. Wenn das WLAN nicht trägt, trägt auch der Tag nicht.
Die Rolle hat sich verschoben, und fast niemand redet darüber
Vor zehn Jahren war die CIO jene Person im Unternehmen, die dafür sorgte, dass die Server liefen, die Lizenzen stimmten und die User ihre Passwörter zurücksetzen konnten. Heute ist sie jene Person, an die der Vorstand die Frage richtet: “Wie bauen wir KI in unsere Wertschöpfung ein, ohne unsere Daten zu verbrennen?”
Das ist keine IT-Frage mehr. Das ist eine Geschäftsmodell-Frage, die zufällig mit Technologie zu tun hat. Die CIO sitzt heute zwischen Finanzvorstand, COO und gelegentlich CEO und wird für Themen verantwortlich gemacht, die vor fünf Jahren kaum auf der Agenda waren: KI-Strategie, Data Governance, Cyber Resilience, Developer Experience, Plattform-Ökonomie im eigenen Haus.
Wer das mit einem klassischen “IT-Strategietag” abhandeln will, unterschätzt den Job.
Was ein CIO-Offsite tatsächlich ist
Ein gutes CIO-Offsite ist ein Business-Offsite, bei dem die Leitfunktion eben Technologie ist. Der Kreis ist in der Regel größer, als man denkt. Die CIO bringt ihre direkten Reports mit: Head of Data, CISO, Head of Infrastructure, Head of Platforms, Head of Enterprise Applications. Das sind vielleicht fünf bis sieben Personen, jede mit einem eigenen Reich, jede mit eigenen KPIs, und nicht alle ziehen automatisch in dieselbe Richtung.
Dazu kommen die Peer Functions. Fast immer der CFO, weil Tech-Spend im zweistelligen Millionenbereich nicht ohne Finanzvorstand verhandelt wird. Oft der COO, weil die Plattformen, über die geredet wird, operative Prozesse tragen. Manchmal die CEO, wenn das Thema KI-Strategie ernst gemeint ist.
Das sind zehn bis fünfzehn Personen, die selten an einem Tisch sitzen, und wenn doch, dann meistens nur für fünfundvierzig Minuten in einem Vorstandszimmer. Ein Offsite ist die eine Gelegenheit im Jahr, an der sie acht Stunden haben, um wirklich durchzugehen, was ansteht.
Was auf so einem Tag auf dem Tisch liegt
Die Themen sind konkret, und sie sind teuer. KI-Strategie, klar, aber nicht als Buzzword, sondern als Frage: Welche drei Use Cases fahren wir dieses Jahr produktiv, welche fünf beerdigen wir, und wer bekommt das Budget? Data Governance ist der zweite große Block, meistens mit einer ehrlichen Diskussion darüber, wie reif die eigene Datenlandschaft wirklich ist und welche Investitionen in den nächsten achtzehn Monaten zwingend sind.
Dann Cyber Resilience, und hier wird es oft persönlich, weil der CISO eine Schwachstelle im Rucksack hat, die er im großen Kreis nicht aufmachen will, aber mit der CIO unter vier Augen besprechen muss. Dazu Plattform-Themen, also die Frage, welche internen Developer Platforms das Unternehmen tatsächlich trägt und welche nur ein Vanity Project sind. Und am Ende die Spend-Diskussion mit dem CFO, die fast nie in der großen Runde geführt wird, sondern in einer Seitenrunde zu zweit.
Warum der Raum zählt, und zwar spezifisch
Wir hatten im letzten Jahr mehrere dieser CIO-Tage hier, und es gibt ein paar Dinge, die sich verlässlich wiederholen.
Die CIO testet das WLAN in den ersten drei Minuten. Wir haben Business-grade 5G-WLAN für bis zu 35 parallele Nutzer:innen, und das ist keine Marketing-Behauptung, sondern die Realität, auf die dieser Tag angewiesen ist. Wenn es trägt, entspannt sich die CIO sichtbar, und der Tag kann beginnen.
Die Data-Governance-Session braucht den 65-Zoll-Screen auf dem Hauptniveau. Datenmodelle, Lineage-Grafiken, Kostenübersichten nach Domain, das sind keine Folien, die man auf einem Laptop zu zwölft anschaut. Der Screen muss groß sein, das Bild muss sauber sein, und das Wireless Casting muss funktionieren, ohne dass jemand ein Kabel sucht.
Die Plattform oben eignet sich für Breakouts zu zweit oder zu dritt. Die CIO mit dem CFO, eine Stunde, Tech-Spend-Planung, Laptop auf dem Werktisch, 55-Zoll-Screen für die Zahlen. Das ist die Sitzung, die sonst nie stattfindet, weil beide keine Zeit finden, und an einem Offsite-Tag passt sie in die Lücke zwischen zwei Plenarsessions.
Und der Innenhof ist für das Gespräch, das niemand im großen Raum hören darf. Die CISO-Vorfeldbesprechung zu einer Schwachstelle, die in zwei Wochen disclosed wird. Die ehrliche Unterhaltung der CIO mit ihrem Head of Data über eine Personalentscheidung. Draußen, grün, ruhig, ohne Mitleser. Wir sehen das oft, und wir achten darauf, in diesen Momenten nicht im Weg zu stehen.
Was wir dazu gelernt haben
Drei Beobachtungen, die sich bewährt haben.
Erstens: Plant die Peer Functions bewusst ein, nicht als Füllmaterial. Der CFO, der einen halben Tag bleibt und bei der Spend-Diskussion dabei ist, verändert den Tag. Der CFO, der nur zum Abendessen kommt, bringt nichts.
Zweitens: Lasst der CIO einen Block nur mit ihrem direkten Team. Eine Stunde, ohne Peers, ohne externe Moderation, nur die fünf Direct Reports. Das ist der Moment, an dem Themen benannt werden, die später in der größeren Runde nur noch formell abgearbeitet werden müssen.
Drittens: Plant einen Punkt ein, an dem entschieden wird. Ein CIO-Offsite ohne Entscheidung ist ein teurer Workshop. Zwei, drei konkrete Beschlüsse, festgehalten, Namen dran, Datum dran. Das ist der Unterschied zwischen einem guten Tag und einem verlorenen.
Wann das Format für euch passt
Wenn ihr IT-Leadership seid und zum ersten Mal seit zwei Jahren einen ganzen Tag blockt, passt LOFT1080. Wenn ihr als CIO mit eurem Kreis plus Peers ernsthaft über die nächsten achtzehn Monate reden wollt, ohne dass euch das eigene Gebäude mit Meetings auffrisst, passt der Raum.
Wir übernehmen die Infrastruktur, das Catering läuft je nach Paket, und eine feste Ansprechperson aus dem Team ist den Tag über da. Ihr bringt die Agenda, die Leute und die Entscheidungen, die anstehen.
Zehn bis fünfzehn Personen ist für dieses Format die richtige Größe. Mehr wird zur Konferenz, weniger bleibt Alltagsgeschäft.
Wenn das nach eurem Jahr klingt, schaut euch den Raum an oder schreibt uns direkt über Kontakt mit einem Datum, das bei euch im Kalender steht. Wir halten das dann für euch frei.
Eurer Meeting bei uns?
Schreib uns, was du vorhast. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Vorschlag.