Krisensitzung: Der Raum für die ersten 48 Stunden
Wenn die Krise einschlägt, entscheiden die ersten 48 Stunden. Warum die Zentrale selten der richtige Ort für die Krisensitzung ist.
Es ist 7:40 Uhr. Eine Produktcharge muss zurückgerufen werden, ein Datenabfluss ist seit der Nacht bestätigt, oder der CEO hat um 6:15 gekündigt und die ersten Medien wissen es bereits. Du bist Chief of Staff, General Counsel, Krisenberaterin. In zwei Stunden sitzt das Kernteam zusammen. Die Frage ist nicht, ob geredet wird. Die Frage ist, wo.
Die Antwort, die sich aufdrängt, ist die Zentrale. Sie ist falsch. Die Presse kennt eure Adresse. Kamerateams können in vier Stunden vor dem Eingang stehen. Mitarbeitende, die nichts wissen sollten, sehen im Vorbeigehen, wer heute um 9:00 in welchem Besprechungsraum sitzt, und ziehen ihre Schlüsse bis zur Mittagspause. Und der Vorstand, der sich konzentrieren muss, hört alle zwanzig Minuten jemanden am Türrahmen klopfen.
Warum das HQ der falsche Ort ist
In einer Krise gibt es drei Dinge, die du verlierst, wenn du im eigenen Haus tagst. Du verlierst Diskretion, weil jede Bewegung im Gebäude interpretiert wird. Du verlierst Tempo, weil Mitarbeitende dich abfangen, die Fragen haben, auf die du heute noch keine Antwort geben kannst. Und du verlierst Fokus, weil die Szenerie, in der du sonst operatives Geschäft führst, sich nicht für 36 Stunden konzentrierte Lagearbeit umschalten lässt.
Dazu kommt die Bildebene. Ein schwarzer SUV vor eurem Headquarter um 8:30, ein zweiter um 9:10, ein dritter um 10:00. Das ist eine Titelseite, bevor ihr überhaupt die erste Stellungnahme formuliert habt.
Was eine Krisenlocation können muss
Wenn wir mit Kunden über Krisenformate sprechen, kommt es auf fünf Dinge an. Erstens: Adresse nicht öffentlich mit eurem Unternehmen assoziiert. Zweitens: Klarheit, wer während eurer Sitzung Zugang zum Raum hat. Drittens: belastbares Netz, das hält, wenn externe Kanzleien, Kommunikationsberater und Board-Mitglieder remote dazugeschaltet werden. Viertens: eine Infrastruktur, die vom Lage-Update bis zum Presse-Statement alles abbildet, ohne dass jemand Kabel kauft. Fünftens: jemand an der Tür, der den Mund hält.
LOFT1080 wurde nicht als Krisenraum gebaut. Aber wir sind oft der richtige, wenn es passiert. Josefstadt, Lange Gasse 50/2, eine Adresse, die nicht im Wikipedia-Eintrag eures Unternehmens steht. Ein Loft, ein Innenhof. Und ein Team, das weiß, wann man nicht ins Zimmer kommt.
Die Architektur einer 48-Stunden-Sitzung
Ein War Room über 24 bis 48 Stunden ist kein Meeting. Er ist eine Choreografie.
Der runde Tisch auf dem Hauptniveau ist der Anker. Hier sitzt der Kernkreis, hier werden Entscheidungen getroffen, hier liegen die Dokumente aus, die nicht durch eine Cloud gehen dürfen. Zehn bis zwölf Personen, Blickkontakt in alle Richtungen, keine Hierarchie durch Sitzordnung.
Die Plattform, ein paar Stufen darüber, ist der Sidebar-Raum. Wenn die externe Kanzlei einen Punkt mit zwei Vorständen allein durchgehen muss, passiert das oben, nicht vor versammelter Runde. Am 55-Zoll-Bildschirm dort lässt sich die dritte Anwältin aus Frankfurt per Video dazuholen.
Der Innenhof ist der dritte Ort. Nicht für Meetings, sondern für die fünfzehn Minuten, die jemand braucht, um zu Hause anzurufen und zu erklären, dass es heute Nacht spät wird. Oder länger. Grün, ruhig, abgeschirmt von der Straße. Kein Zuhörer, keine Kamera.
Der 65-Zoll-Bildschirm auf dem Hauptniveau wird in Krisen meist zur Lageansicht: Medienradar, Aktienkurs, interne Kommunikationsfreigaben in einem Dokument. Das Streaming-Setup kann den Raum in ein Sende-Terminal verwandeln, wenn der Rest des Boards aus drei Zeitzonen zugeschaltet werden muss. Eine Person spricht aus dem Loft, elf hören zu und greifen ein, das Bild ist ruhig, der Ton ist sauber.
Vertraulichkeit, die über die Tür hinausgeht
Alexander Raffeiner, der das Haus führt, unterzeichnet NDAs vor Buchungsbeginn. Nicht als Formalität, sondern weil in Krisensituationen auch die Tatsache, dass ihr in Wien tagt, sensibel sein kann. Der Kontakt im Team, der euch betreut, weiß, wann Getränke aufgefüllt werden und wann man die Tür für die nächsten zwei Stunden nicht öffnet. Das ist kein Regelwerk, das ist Erfahrung.
Was wir nicht versprechen
Wir sind kein 24/7-Notfalldienst. Verfügbarkeit auf kurzfristige Anfrage ist begrenzt, aber möglich. Wenn du heute anrufst, sagen wir dir noch am selben Werktag, ob wir morgen früh frei sind. Wenn nicht, sagen wir das auch, ehrlich und schnell, damit du weiterplanen kannst. Der schnelle Weg ist das Telefon: +43 1 406 24 24. Schreib nicht zuerst. Ruf an.
Alles, was danach kommt, stimmen wir mit dir ab: Technik, Catering, Timing und eine fixe Ansprechperson aus dem Team für eure Buchung. Der Raum ist vorbereitet, wenn ihr ankommt. Keine Einweisung, kein Setup-Gespräch. Ihr geht durch die Tür und fangt an.
Für wen dieser Text geschrieben ist
Wenn du Chief of Staff, General Counsel, Krisenkommunikationsberaterin, Board Chair oder CEO bist, speichere diese Nummer, bevor du sie brauchst. Die Stunde, in der du sie brauchst, ist nicht die Stunde, in der du sie googeln willst. Eine Krise wird nicht besser dadurch, dass ihr im eigenen Haus sitzt. Sie wird besser dadurch, dass ihr an einem Ort sitzt, an dem niemand weiß, dass ihr dort seid, und an dem alles funktioniert, was funktionieren muss.
Falls es heute noch nicht soweit ist, umso besser. Komm vorbei, schau dir das Loft in einer ruhigen Stunde an, lern das Team kennen. Das ist die beste Vorbereitung. Die Terminvereinbarung läuft über Kontakt oder direkt telefonisch.
Wir hoffen, du brauchst uns nie in dieser Funktion. Wenn doch, sind wir da.
Eurer Meeting bei uns?
Schreib uns, was du vorhast. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Vorschlag.