Acht Geschäftsführerinnen und Geschäftsführer, ein runder Tisch, drei Stunden, Handys in der Box. Eine Teilnehmerin legt ihren Fall auf den Tisch: “Ich muss meinen Co-Founder rausnehmen. Ich weiß seit sechs Monaten, dass es nötig ist. Ich habe es niemandem gesagt außer meiner Frau.” Stille. Dann beginnt die Runde zu coachen. Keine Ratschläge, keine Lösungen von der Stange. Fragen, die weh tun, und Erfahrungen, die jemand anderes schon durchhatte.

Das ist ein Mentorship Circle, und es ist eines der wenigen Formate, in dem Geschäftsführungen noch ehrlich mit sich selbst werden.

Was das Format eigentlich ist

Kleine Gruppe, sechs bis zwölf Personen, alle auf einem vergleichbaren Level der Verantwortung. Sie treffen sich quartalsweise, moderiert, immer gleiche Struktur. Zwei oder drei Teilnehmende bringen pro Session eine echte, offene Herausforderung mit. Der Rest hört zu, spiegelt, fragt, coacht. Man kennt es unter verschiedenen Namen: YPO-Forum, EO-Style, Founder Peer Circle, C-Level Mastermind. Das Prinzip ist dasselbe.

Die Themen sind nicht abstrakt. “Wir haben Plan um 40 Prozent verfehlt, was mache ich mit dem Board?” “Mein CFO geht, und ich habe keinen Ersatz.” “Ich bin seit zwei Jahren ausgebrannt und kann es keinem sagen.” Die Leute, die solche Fragen auf den Tisch legen, haben niemanden sonst, mit dem sie so sprechen können. Mitarbeitende nicht, Investoren nicht, Partnerin oder Partner nur bis zu einem gewissen Punkt.

Warum die meisten Kreise scheitern

Wir haben in den letzten Jahren viele Circles hier gesehen, manche etabliert, manche gerade gegründet. Die Muster sind klar.

Erstens: Wenn die Gruppe zu groß wird, kippt die Ehrlichkeit. Ab dreizehn, vierzehn Leuten redet niemand mehr über die wirklich schwierigen Dinge. Die Gruppe wird zu einem Networking-Event mit Struktur, und das ist etwas anderes.

Zweitens: Wenn die Moderation fehlt oder zu weich ist, dreht sich die Runde im Kreis. Gute Facilitators halten die Disziplin: keine Lösungsvorschläge in den ersten zwanzig Minuten, Fragen statt Antworten, kein Quervergleich mit “bei uns war das anders”. Das ist Handwerk.

Drittens, und das wird meist unterschätzt: Der Raum entscheidet mit. Eine ehrliche Runde in einem Hotelkonferenzraum mit Glaswand zum Lift ist kaum herzustellen. Menschen, die Verantwortung für hunderte Mitarbeitende tragen, öffnen sich nicht, wenn alle zehn Minuten Room Service vorbeiläuft.

Was der Raum können muss

Privatheit ist die Basis. Die Gruppe muss das Gefühl haben, dass sie gerade das einzige Thema im Loft ist. Keine parallele Veranstaltung hinter der Schiebewand, keine Caterer, die rein- und rauslaufen, keine WLAN-Frage mittendrin.

Dann: Es braucht eine Zone für die strukturierte Arbeit und eine andere für das, was danach kommt. Wer drei Stunden sein Innerstes auf den Tisch gelegt hat, kann nicht direkt in die U-Bahn. Die Gruppe braucht einen weicheren Ort, um das Gesagte sacken zu lassen, ohne dass die Formalität weiterläuft.

Und es braucht einen dritten Ort für das 1:1, das fast immer passiert. Zwei Teilnehmende, die während der Session gemerkt haben, dass sie mehr miteinander zu besprechen haben. Ein stilles Eck, wo sie sich zwanzig Minuten absetzen können.

Wie wir das im LOFT1080 hosten

Wir bauen das Setup seit einigen Jahren so auf, dass diese drei Modi in einem einzigen Loft mit 90 Quadratmetern ineinander übergehen, ohne dass die Gruppe das Haus wechseln muss.

Der runde Tisch am Hauptniveau ist der strukturierte Teil. Flipchart daneben, Moderationskoffer griffbereit, 65-Zoll-Screen aus, Licht warm gedimmt. Die Runde sitzt kompakt, niemand muss die Stimme heben, alle sehen alle. Das ist wichtig: Peer-Coaching braucht Augenkontakt, keine U-Form.

Oben auf der Plattform, ein paar Stufen höher im selben Raum, steht die Bar mit Barhockern. Wenn die strukturierte Session endet, wandert die Gruppe dort hin. Anderer Sitzwinkel, anderer Ton, oft ein Glas Wein oder ein Espresso von Bieder & Maier. Die Debriefs, die hier passieren, sind oft das, woran sich die Leute drei Monate später noch erinnern.

Und wenn zwei Teilnehmende sich zur Seite nehmen wollen, gehen sie durch die Glasschiebetür in den Innenhof. Grün, geschützt, ruhig. Kein Straßenlärm, keine Zuhörenden. Das ist der Ort für die Gespräche, die am Tisch zu groß waren.

Die Frage der Rhythmik

Ein Circle lebt vom Wiedersehen. Einmal pro Quartal, immer am selben Ort, immer mit denselben Leuten. Jede Sitzung baut auf der letzten auf. “Wie ist es ausgegangen mit dem Co-Founder?” “Habt ihr die Plan-Lücke aufgeholt?” Die Gruppe verfolgt die Fäden weiter, und das ist der Teil, der aus einer Runde eine Struktur macht.

Praktisch heißt das: Wer einen Circle leitet, will nicht vier Mal im Jahr neu buchen und verhandeln. Für solche Rhythmen gibt es bei uns den Season Pass. Jahresflatrate, 24/7-Zugang mit Schlüssel, ab zwei Stunden buchbar. Die meisten Circle-Facilitators blocken die vier Quartalstermine am Jahresanfang, den Rest der Zeit nutzen sie den Raum für Einzelcoachings oder Board-Gespräche. Mehr dazu auf Pakete.

Für wen wir das schreiben

Du leitest einen Peer Circle, ein EO- oder YPO-Chapter, einen Founder-Verband, oder du bist Coach mit einer Leadership-Gruppe. Du weißt, was Peer-Coaching kann, und du weißt auch, was passiert, wenn der Raum nicht hält. Du brauchst keinen Konferenzsaal, du brauchst eine Bühne für Ehrlichkeit.

Melde dich direkt über Kontakt und sag, welche Frequenz du planst. Wir sperren dir gerne einen Probetermin auf, damit du sehen kannst, ob der Raum das kann, was deine Runde braucht.