Ein Sachbuch-Launch in Wien hat ein seltsames Problem. Du willst nicht die Buchhandlung, weil zwischen den Regalen keine 40 Leute stehen können und das Publikum sowieso eher Krimi-Lesungen erwartet. Du willst nicht die Buchmesse, weil dein Buch dort im Messelärm untergeht und niemand nach der dritten Station noch zuhört. Und der Ballsaal im Grandhotel ist zu groß, zu formell und zu teuer für eine Abendveranstaltung mit 50 Gästen.

Dazwischen liegt genau das Format, für das die meisten Publicity-Teams keine gute Adresse im Kopf haben. Eine kuratierte Buchvorstellung für 20 bis 35 Menschen, bei der der Autor oder die Autorin das Buch vorstellt, eine Lesung oder eine Präsentation mit ein paar Folien hält, sich dann dem Publikum für Fragen stellt, und danach am Tresen mit der Bar und ein paar kleinen Tellern die Menschen tatsächlich trifft. Das ist keine Literaturveranstaltung. Das ist auch kein Corporate Event. Das ist die eigene Disziplin, die ein eigener Ort verdient.

Warum die Zwischengröße so schwer zu besetzen ist

Buchhandlungen schaffen meistens 20 Stühle, manchmal 30. Mehr geht nicht, weil die Regale im Weg sind. Für einen Publikumsabend eines Business-Buchs, das Branchen-Fachleute, Journalist:innen und Netzwerk der Autorin zusammenbringen soll, ist das zu eng. Die Leute stehen hinter der letzten Reihe, hören schlecht, gehen früh.

Messestände sind das andere Extrem. Du hast 20 Minuten auf einer Bühne, zehn Meter weiter läuft der nächste Programmpunkt, und niemand kann nach der Präsentation ein Gespräch mit der Autorin führen, das länger als neunzig Sekunden dauert. Gut für Reichweite, nicht gut für die Leute, die für dieses eine Buch gekommen sind.

Der Hotelballsaal wiederum wirkt für 50 Leute überdimensioniert. Sie verteilen sich, die Akustik ist für 200 ausgelegt, und die Anmutung erinnert an den Keynote-Slot auf einer Konferenz. Genau die Nüchternheit, die ein Buchlaunch eigentlich nicht haben soll.

Wie eine Buchvorstellung bei uns aussieht

Das LOFT1080 ist ein Loft auf zwei Ebenen, 90 m², mitten in der Josefstadt. Wir haben das schon für Formate dieser Größe genutzt, und die Konstellation ist immer ähnlich. Die Autorin oder der Autor steht oben auf der Plattform. Das ist kein Podium, aber durch die Stufen entsteht eine natürliche Erhöhung, die die Blickrichtung klärt, ohne dass jemand ein Rednerpult aufbauen muss. Das Publikum sitzt unten auf dem Hauptniveau, je nach Zahl in Reihen oder in einer offenen Hufeisenform, damit die Menschen sich auch gegenseitig sehen können.

Der 65-Zoll-Screen auf dem Hauptniveau reicht für die paar Folien, die bei Sachbüchern üblich sind, ein Diagramm aus dem Buch, ein Bild, vielleicht die Inhaltsübersicht. Wireless Casting, keine Kabel. Für die Lesung und die Präsentation selbst nutzen die meisten Autor:innen das Lavalier-Mikrofon, für die Fragerunde danach reichen wir das Handmikrofon durchs Publikum. Das klingt nach einem Detail, ist aber der Unterschied zwischen einer Q&A, bei der drei Stimmen dominieren, und einer, bei der zwanzig Leute tatsächlich zu Wort kommen.

Die Bar danach, und der Innenhof für das Signieren

Nach dem offiziellen Teil geht die Bar auf der Plattform auf. Das ist derselbe Raum, aber die Stimmung kippt sofort. Die Leute stehen auf, bewegen sich, holen sich ein Glas, reden. Wir arbeiten für Events dieser Art mit dem CULINARIUM-Paket, das heißt kleine Teller, ein Business-Buffet, die Bar besetzt. Du als Publisher oder Publicity-Team musst dich um Catering, Gläser und Nachschub nicht kümmern, das übernimmt unser Team.

Der eigentliche Trick bei Buchvorstellungen sitzt aber nicht in der Bar, sondern hinter der Glasschiebetür. Der Innenhof, ein grüner, von der Straße abgeschirmter Ort mit Sitzplätzen für etwa 20 Personen, wird bei uns zum Signier-Ort. Nicht der Tisch neben dem Ausgang, an dem drei Leute gleichzeitig warten und die Autorin unter Zeitdruck Signaturen kritzelt, sondern ein ruhiger Platz im Hof, an dem immer nur ein Gast nach dem anderen zur Autorin kommt. Widmung, kurzes Gespräch, Foto, fertig. Die anderen bleiben so lange an der Bar, wo sie mit ihren Getränken eigentlich lieber stehen.

Das verändert zwei Dinge. Erstens, die Signatur wird wieder ein Moment und nicht eine Abfertigung. Zweitens, der Abend hat zwei Ebenen, die sich nicht ins Gehege kommen. Drinnen die Bar, draußen die Autorin, dazwischen eine klare Wegführung.

Für wen das passt

Wir sehen das Format vor allem bei vier Konstellationen. Verlage, die ein Sachbuch launchen und die klassische Buchhandlung zu klein finden. Publicity-Teams, die für ein Fachbuch einen redaktionellen Rahmen suchen, an dem Journalist:innen länger als zehn Minuten bleiben. Business-Autor:innen, die im Selbstverlag oder über einen kleinen Verlag erscheinen und ihren eigenen Launch kuratieren. Und Branchenverbände, die einmal im Jahr ein Buch eines Mitglieds zum Anlass für einen Abend nehmen.

Die Besetzung liegt in der Praxis bei 20 bis 35 Personen, je nachdem wie ihr bestuhlt. Darüber wird es eng, und ehrlich gesagt, wir raten dann eher zu einer anderen Adresse. Unter 20 Personen funktioniert es genauso, aber der Raum gibt dir dann mehr Platz als du brauchst, und die Intimität leidet ein bisschen.

Was wir als Gastgeber übernehmen

Ihr bringt den Autor oder die Autorin, das Buch, die Gästeliste und die Stapel, die signiert werden sollen. Wir übernehmen die Bestuhlung auf dem Hauptniveau, den Technik-Check vor dem Event, die Bar, die Teller, den Signiertisch im Innenhof und eine feste Ansprechperson aus dem Team, die den Abend über da ist. Wenn ihr eine Live-Übertragung für Autor:innen im Ausland oder für Presse machen wollt, ist das Streaming-Setup vorhanden.

Wenn du gerade einen Launch planst und wissen willst, ob das Format zu eurem Buch passt, ist eine kurze Besichtigung der schnellste Weg. Die meisten Publicity-Teams entscheiden innerhalb der ersten zehn Minuten vor Ort, ob ein Raum zum Buch passt, und das ist vollkommen in Ordnung.