VC Office Hours in Wien: Ein Halbtag, an dem Founder:innen echte Gespräche mit Investor:innen haben
Wie Office Hours funktionieren, warum sie weder Pitch noch Demo Day sind und warum LOFT1080 der richtige Ort für diese Halbtage ist.
Ein Partner eines Wiener VCs blockt sich einen Dienstagnachmittag. Acht Slots, je 30 Minuten, zwischen 13 und 17 Uhr. Die Slots werden über ein kurzes Formular ausgeschrieben, Founder:innen bewerben sich, das Team des VCs kuratiert. Kein Pitch Deck auf der Leinwand, keine Jury, keine Rankings danach. Einfach acht Gespräche hintereinander, in denen Founder:innen Fragen stellen, die sie sich sonst nicht trauen, und Investor:innen zuhören, ohne gleich bewerten zu müssen.
Dieses Format heißt Office Hours. Es wird in London, Berlin und Stockholm längst routinemäßig veranstaltet, und in Wien nimmt es spürbar zu. Wir sehen es hier regelmäßig, weil VC-Teams, Startup-Hubs, Family Offices und Founder-Communities bei uns Halbtage dafür buchen. Und weil es funktioniert, wenn der Rahmen stimmt.
Was Office Hours sind, und was sie nicht sind
Office Hours sind kein Pitch-Event. Niemand steht auf, niemand bekommt zehn Minuten Folien plus fünf Minuten Q&A. Es gibt keine Bewertung am Ende des Slots, keine Zusage, keine Absage. Der Slot ist ein Gespräch unter vier Augen, und beide Seiten entscheiden danach selbst, ob sie weiterreden wollen.
Office Hours sind auch kein Demo Day. Keine Bühne, kein Publikum, kein gemeinsames Netzwerken im Rampenlicht. Wer als Founder:in kommt, muss nicht performen, sondern vorbereitet sein. Wer als Investor:in kommt, muss nicht jurieren, sondern zuhören und gute Fragen stellen.
Das macht den Wert des Formats aus. Founder:innen bekommen 30 Minuten mit einer Person, an die sie sonst nur per kaltem LinkedIn-Thread rankommen. Investor:innen sehen in vier Stunden acht Teams, von denen zwei bis drei potenziell relevant sind, ohne dafür acht Termine in den eigenen Kalender fädeln zu müssen. Und Gastgeber wie Startup-Hubs oder Founder-Associations liefern ihrer Community einen Zugang, den sie sonst nicht hätten.
Warum der Ort wichtiger ist, als viele denken
Wir haben in den letzten zwei Jahren beobachtet, was passiert, wenn Office Hours am falschen Ort stattfinden. Ein paar Muster, die sich wiederholen.
Im Coworking-Space ist die Atmosphäre zu startup-casual. Es riecht nach Kaffee, jemand telefoniert zwei Tische weiter, zwischen den Slots läuft man durch den offenen Bereich, in dem andere Teams ihre eigenen Dinge machen. Das nimmt dem Gespräch die Dichte. Founder:innen, die sich eigentlich auf schwierige Fragen vorbereiten sollten, stehen stattdessen in der Küche und plaudern. Der Slot beginnt, bevor er begonnen hat, und endet nie richtig.
Im Hotel-Boardroom ist das Gegenteil das Problem. Transaktional, anonym, keine Seele. Der Raum signalisiert: Wir sind hier, um ein Geschäft zu besprechen. Das mag für Due Diligence passen, aber nicht für das offene Gespräch, das Office Hours eigentlich sind. Founder:innen reden vorsichtiger, Investor:innen weniger persönlich. Beide gehen höflich wieder raus.
Im VC-eigenen Büro ist die Machtasymmetrie zu sichtbar. Logos an der Wand, Associates, die zwischen den Meetings durchlaufen, die ganze Umgebung erinnert daran, wer hier zu Hause ist und wer Gast. Founder:innen, die schon leicht nervös kommen, verlieren die nächsten sieben Minuten damit, wieder zu sich zu finden. Bei 30 Minuten pro Slot sind sieben Minuten viel.
Wie ein Office-Hours-Halbtag bei uns abläuft
Wir bauen den Halbtag so auf, dass er sowohl dem gastgebenden VC als auch den Founder:innen Ruhe gibt. Ein Beispiel, wie wir es zuletzt gesehen haben.
Unten am Hauptniveau steht ein kleiner runder Tisch, an dem das Gespräch stattfindet. Runder Tisch, weil es keine Kopfseite gibt. Keine Bildschirme, kein Beamer, keine Pinnwand. Wer mit Zahlen arbeiten will, legt das Laptop auf und dreht es. Mehr Produktion braucht es für 30 Minuten nicht.
Auf der Plattform, ein paar Stufen höher, arbeitet die nächste Founder:in am großen Werkstatt-Tisch. Prep-Zeit, Notizen durchgehen, letzten Schluck Wasser. Wir haben die Raum-Aufteilung bewusst so, dass zwei Dinge parallel laufen können, ohne sich zu stören: unten das Gespräch, oben die stille Vorbereitung.
Der Innenhof ist das dritte Element. Dorthin geht, wer gerade aus einem Slot kommt. 15 Minuten draußen, grün, Wiener Straßenlärm praktisch nicht hörbar. Genug Zeit, die eigenen Notizen zu sortieren, das Gespräch sacken zu lassen, bevor man ins Auto oder in die nächste U-Bahn steigt. Wir haben erlebt, dass genau diese Dekompressions-Viertelstunde der Moment ist, in dem Founder:innen die relevante Notiz aufschreiben, die sie sonst nie aufgeschrieben hätten.
Die optionale Stunde am Ende
Viele Gastgeber planen nach dem letzten Slot noch eine offene Stunde ein. Das kann zweierlei sein. Entweder eine kleine Gruppensession mit allen Founder:innen, die an dem Tag da waren, moderiert von der gastgebenden Person, Thema irgendetwas zwischen Fundraising-Markt und Hiring. Oder eine ruhige Networking-Stunde an der Bar oben auf der Plattform, bei der Investor:innen und Founder:innen in gemischter Runde stehen, ohne Agenda.
Unsere Empfehlung: Plant die Stunde ein, macht sie aber nicht verpflichtend. Wer schon weg muss, geht. Wer bleiben will, bleibt. Das respektiert, dass Office Hours primär bilaterale Gespräche sind und alles andere ein Bonus.
Was wir vorbereiten, damit der Halbtag läuft
Eine feste Ansprechperson aus dem Team ist den gesamten Halbtag vor Ort. Sie empfängt Founder:innen, begleitet sie zum Prep-Platz, kündigt den nächsten Slot an, hält den Takt. Das entlastet die gastgebende VC-Person enorm, weil sie sich in ihren 30 Minuten wirklich auf das Gespräch konzentrieren kann und nicht auf die Uhr.
Kaffee aus der Siebträgermaschine, Wasser, ein paar einfache Snacks. Nichts Üppiges. Bei Office Hours geht es nicht ums Essen, es geht um die Dichte der Gespräche.
Die Adresse in der Langen Gasse 50 ist zu Fuß fünf Minuten von der U6 und fünf Minuten von der U2. Das ist für Founder:innen, die aus verschiedenen Ecken von Wien kommen, entspannter als eine Adresse am Stadtrand. Und für den gastgebenden Partner oder die gastgebende Partnerin näher an den üblichen Büros in der Innenstadt, als die meisten denken.
Wenn ihr ein Format plant
Falls ihr als VC, Startup-Hub, Family Office oder Founder-Community Office Hours in Wien aufsetzen wollt, sagt uns, an welchem Halbtag und mit wie vielen Slots ihr rechnet. Wir rechnen das Setup durch, schlagen euch die Slot-Struktur vor, halten den Raum, und am Tag selbst sorgt unser Team dafür, dass Takt, Getränke und Übergänge sitzen. Schreibt uns, am besten mit zwei möglichen Terminen.
Eurer Meeting bei uns?
Schreib uns, was du vorhast. Wir melden uns am selben Werktag mit einem Vorschlag.