Es ist Dienstag, halb zehn. Die Redaktionskonferenz läuft seit zwanzig Minuten, die Chefredakteurin hat gerade begonnen, das Quartals-Slate zu skizzieren, da klingelt das Telefon im Nebenraum. Eine Quelle ruft zurück. Eine halbe Stunde später reißt eine Push-Nachricht zwei Ressortleiter:innen aus der Runde, weil irgendwo in Europa jemand zurückgetreten ist. Am Nachmittag ist die Slate-Diskussion versandet. Was bleibt, ist ein unklarer Plan und das Gefühl, dass man sich schon wieder nicht wirklich hingesetzt hat.

Das ist keine Ausnahme, das ist der Normalfall. Redaktionen sind gebaut, um auf die Welt zu reagieren. Sie sind schlecht darin, sich selbst zu planen.

Die Redaktion ist der falsche Ort für Redaktionsstrategie

Ihr nehmt die Strategiearbeit der Unternehmen, über die ihr schreibt, ernster als eure eigene. Ihr recherchiert, welche Bank im Aufsichtsrat hadert, welcher Konzern ein Führungs-Offsite abhält, welche Agentur sich neu sortiert. Die eigene Redaktion hingegen plant ihre Quartalsthemen zwischen zwei Deadlines am großen Tisch in der Mitte, wo jede zweite Minute jemand reinruft, dass ein Zitat fehlt.

Das Problem ist nicht Disziplin. Das Problem ist der Ort. Im Newsroom gewinnt immer die Gegenwart. Die Zukunft verliert in jeder direkten Auseinandersetzung mit dem Tagesgeschäft, weil das Tagesgeschäft lauter ist und schneller pingt.

Ein Editorial-Tag gehört nicht in die Redaktion. Er gehört an einen Ort, an dem die Slack-Spalte kein Fenster hat und das Redaktionstelefon jemand anders annimmt.

Wie ein Editorial-Tag bei uns aussieht

Wir sehen ein paar Formate regelmäßig, und sie funktionieren erstaunlich ähnlich, egal ob das Printmagazin, der Online-Newsroom oder das Content Studio eines B2B-Verlags kommt.

Der Vormittag gehört dem Slate-Review. Ihr sitzt unten am Hauptniveau um den Meeting-Tisch, der 65-Zoll-Screen zeigt die bisherige Slate, die Performance-Zahlen, die Themen, die in den vergangenen zwölf Wochen liegen geblieben sind. Zwei Stunden nüchterne Bestandsaufnahme. Was hat geliefert, was war ein Ausrutscher nach oben, was wurde gelesen, aber nicht geteilt. Kein Pitching noch. Erst der Blick zurück.

Nach der Kaffeepause kommt der Pitch-Block. Jedes Ressort legt vor. Die Chefredakteurin hört zu, die stellvertretende Chefredaktion hört zu, die Contentstrateg:innen hören zu. Hier wird noch nicht entschieden. Es wird sortiert.

Am Nachmittag geht es rauf auf die Plattform. Oben, an der großen Werkstatt-Arbeitsfläche und an der Bar, arbeiten die Ressorts in Breakouts parallel. Wirtschaft hier, Politik dort, Kultur an der Bar, der Digital-Bereich am 55-Zoll-Screen mit den Analytics offen. Kein Raumwechsel, nur ein Niveauwechsel. Das ist entscheidend, weil ihr euch nicht aus den Augen verliert und trotzdem parallel arbeitet.

Der Hof ist für das Gespräch, das sonst nicht stattfindet

Irgendwann zwischen zwei und vier Uhr nachmittags geht die Chefredakteurin mit ihrer Stellvertretung in den Innenhof. Zwanzig Minuten. Dieses Gespräch steht auf keiner Agenda. Es ist das Gespräch, das seit Monaten fällig ist, das in der Redaktion nie gehalten wird, weil immer jemand vorbeikommt und irgendetwas will.

Der Hof ist ruhig, begrünt, vom Straßenlärm abgeschirmt. Er ist genau der Ort, an dem zwei Menschen über eine ressortübergreifende Spannung reden können, ohne dass es einen offiziellen Rahmen dafür braucht. Wir erleben das bei fast jedem Editorial-Tag. Diese zwanzig Minuten sind oft die wichtigsten des Tages.

Was Redaktionen von der Technik erwarten dürfen

Ihr arbeitet on deadline. Das hört auch an einem Strategietag nicht auf. Ein Kollege schreibt zwischendurch noch ein Editorial fertig, jemand anderes schickt die Freigabe für die Coverstory raus. Die Business-Grade-5G-Wi-Fi ist für bis zu 35 Leute ausgelegt, und sie muss funktionieren. Sie tut es.

Der 65-Zoll-Screen am Hauptniveau ist der richtige Ort, um Analytics groß zu zeigen. CMS-Dashboards, Session-Dauer pro Ressort, Entwicklung der Newsletter-Abonnements, alles so, dass zwölf Leute gleichzeitig draufschauen können, ohne sich den Hals zu verrenken. Wireless Casting per AirPlay oder HDMI, je nachdem, was eure Redaktion gewohnt ist.

Am Ende des Tages steht die Bar auf der Plattform. Das ist nicht Deko. Das ist das Format für die Schlussrunde, in der endlich jemand zugibt, was wirklich nicht funktioniert. In der das Ressort Kultur sagt, dass die Longform-Strecke leerläuft. In der die Digital-Chefin sagt, dass sie eigentlich mehr Redaktionsbudget braucht, nicht mehr Tools. Solche Sätze fallen selten am Konferenztisch. Sie fallen an einer Bar, nach einem langen Tag, wenn die Agenda offiziell beendet ist.

Ein neutraler Ort heißt: niemand spielt Heimvorteil

Wenn die Chefredaktion den Editorial-Tag bei sich hält, hat sie Heimvorteil. Das ist selten produktiv. Die stellvertretende Position, die Ressortleitung, die jungen Kolleg:innen im Newsdesk, alle reden vorsichtiger, weil sie im Büro der Chefin sitzen. Ein neutraler Ort gleicht das aus. Das ist nicht Psychologie, das ist Geometrie.

Bei uns hat niemand ein Büro. Niemand ist dort Gastgeber:in im politischen Sinn. Wir sind Gastgeber, nicht Vermieter, das heißt, eine feste Ansprechperson aus dem Team begleitet den Tag, kümmert sich um Technik, Kaffee von Bieder & Maier und Timings, damit ihr den Kopf frei habt für das, weswegen ihr gekommen seid.

Halber oder ganzer Tag, und was für eure Redaktion passt

Für die meisten Editorial-Offsites reichen fünf Stunden. Ein halber Tag, zehn bis fünfzehn Personen, Vormittags-Slate und ein strukturierter Nachmittag. Wer größer plant oder zwei parallele Strecken fahren will, nimmt den ganzen Tag. Zehn Stunden, bis zu zwanzig Personen, inklusive Mittagessen und Schlussrunde an der Bar.

Die Pakete decken beides ab. SPACE ONLY, wenn ihr euer Catering selbst mitbringt, ALL IN, wenn wir uns um Kaffee, Tee, Kaltgetränke und Snacks kümmern. CULINARIUM, wenn das Mittagessen mit dabei sein soll.

Wenn ihr gerade darüber nachdenkt, wo eure nächste Redaktionsklausur stattfinden könnte, melde dich. Schreib uns ein Datum, eine grobe Teamgröße und eine Tageszeit. Wir finden einen Termin.