Mentoring braucht einen Ort: Warum gute Gespräche nicht im Café stattfinden
Warum Mentoring-Sessions einen eigenen Raum verdienen und wie das LOFT1080 Wien zum regelmäßigen Treffpunkt für Mentor:innen und Mentees wird.
Alexander Raffeiner erzählt eine Geschichte, die er in den letzten Monaten mehrmals gehört hat. Ein Mentor, Ende fünfzig, langjährige Führungserfahrung in der Industrie, trifft seine Mentee einmal im Monat. Sie ist Mitte dreißig, zwei Jahre als Geschäftsführerin, und hat Fragen, die sie ihrem eigenen Vorstand nicht stellen kann. Die beiden haben sich ein halbes Jahr lang in einem Wiener Kaffeehaus getroffen. Es hat funktioniert, bis es nicht mehr funktioniert hat.
„Irgendwann”, sagt der Mentor, „waren wir an dem Punkt, wo sie über einen Konflikt mit ihrem Mitgründer reden wollte. Und am Nebentisch saß jemand, der den Mitgründer kannte. Sie hat das Thema fallen lassen. Beim nächsten Treffen auch. Und dann haben wir drei Monate verloren.”
Das Kaffeehaus-Problem
Wien ist die Stadt der Kaffeehäuser, und es liegt nahe, dass Mentoring dort stattfindet. Unkompliziert, neutral, niederschwellig. Für die ersten Treffen, in denen es um Kennenlernen und Vertrauen geht, funktioniert das.
Aber Mentoring, das etwas bewegt, wird irgendwann persönlich. Es geht um Unsicherheiten, um Fehler, um Entscheidungen, die noch nicht gefallen sind und von denen niemand erfahren soll. Es geht um Sätze, die man nur einmal ausspricht und die im falschen Umfeld nie gesagt werden. Ein Kaffeehaus ist dafür der falsche Ort. Nicht weil jemand mithört, sondern weil die Möglichkeit, dass jemand mithören könnte, die Offenheit killt.
Weiterführende Informationen dazu bietet Wirtschaftsagentur Wien.
Das gleiche gilt für Hotellobys, Co-Working-Lounges und Kantinen. Überall dort, wo ein bekanntes Gesicht auftauchen könnte, hält sich das Gespräch an der Oberfläche.
Warum Alexander das Thema kennt
Alexander Raffeiner hat selbst über zwanzig Jahre lang Beratung gemacht. Er kennt den Unterschied zwischen einem Gespräch, das professionell klingt, und einem, das tatsächlich weiterhilft. Der erste Typ findet überall statt. Der zweite braucht Bedingungen.
Weiterführende Informationen dazu bietet Vienna.at.
„Es geht nicht um Luxus”, sagt er. „Es geht darum, dass die Mentee weiß: Hier hört niemand mit. Hier kommt niemand rein. Hier muss ich nicht performen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass sie das sagt, was sie wirklich sagen will. Und wenn das nicht passiert, kann ich als Mentor so gut sein, wie ich will, ich arbeite mit der halben Wahrheit.”
Weiterführende Informationen dazu bietet Vienna.at.
Dieses Verständnis ist einer der Gründe, warum das LOFT1080 so gebaut ist, wie es gebaut ist. Exklusive Buchung, keine Parallelbelegung, kein Publikumsverkehr. Das waren keine zufälligen Entscheidungen. Sie kommen aus der Erfahrung, dass gute Gespräche einen Raum brauchen, der sich heraushält.
Monatlicher Rhythmus, gleicher Ort
Mentoring-Beziehungen, die funktionieren, haben einen Rhythmus. Einmal im Monat, gleicher Tag, gleiche Uhrzeit, gleicher Ort. Der gleichbleibende Ort ist unterschätzt. Er schafft einen Rahmen, in dem beide wissen, was sie erwartet. Kein Suchen nach einer freien Ecke, kein Erklären an der Rezeption, kein Warten auf den Kellner.
Im LOFT1080 buchen Mentor:innen oft einen halben Tag pro Monat. Vormittags zwei Stunden Gespräch, dann eine Pause im Innenhof, dann noch einmal eine Stunde, in der es oft um die konkreten nächsten Schritte geht. Der Raum bleibt derselbe, die Tassen stehen am selben Platz, der Kaffee kommt aus derselben Maschine. Das klingt banal. Aber es baut über Monate ein Vertrauen in den Ort auf, das auf das Gespräch abstrahlt.
Weiterführende Informationen dazu bietet Gründerszene.
Die Plattform für die schwierigen Fragen
Ein Detail, das uns Mentor:innen regelmäßig rückmelden: Die zwei Ebenen im Raum helfen bei Gesprächswechseln. Die erste Stunde am Meetingtisch unten, Bestandsaufnahme, Rückblick auf den letzten Monat, was ist passiert, was steht an. Dann ein bewusster Wechsel auf die Plattform, an die Bar oder den Workshop-Desk, für den Teil, der persönlicher wird. Der physische Ortswechsel innerhalb desselben Raums signalisiert: Jetzt reden wir anders.
Das ist keine Methode, die wir erfunden haben. Es ist etwas, das Mentor:innen selbst entdeckt haben, weil der Raum es zulässt. Und es funktioniert besser als jeder methodische Trick, den ein Gesprächsleitfaden vorschlägt.
Weiterführende Informationen dazu bietet Stadt Wien.
Für wen dieses Format passt
Wir sehen Mentoring-Sessions von erfahrenen Unternehmensberater:innen, die jüngere Führungskräfte begleiten. Von Gründer:innen, die mit ihren Investor:innen nicht nur über Zahlen reden wollen. Von internen Mentoring-Programmen, in denen Senior und Junior sich einmal im Monat außerhalb des Büros treffen. Von Branchennetzwerken, die Peer-Mentoring organisieren und einen neutralen Ort brauchen.
Gemeinsam haben sie, dass das Gespräch im Mittelpunkt steht und der Raum die einzige Investition ist, die es braucht. Kein Technik-Setup, kein Catering-Aufwand, keine Moderation. Zwei Menschen, ein guter Raum, ein Gespräch, das zählt.
Wenn ihr einen regelmäßigen Mentoring-Termin sucht, fragt nach unserem Season Pass oder nach wiederkehrenden Halbtagesbuchungen. Wir finden das Format, das zu eurem Rhythmus passt: Kontakt.
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