Donnerstagnachmittag, vierzehn Uhr. Eine Strategieberaterin klebt Packpapier auf die freie Wand neben dem Meetingtisch. Ihr Team, sechs Leute aus drei verschiedenen Abteilungen eines Konsumgüterkonzerns, steht noch im Innenhof, das letzte Mittagessen-Gespräch klingt aus. In zwei Stunden soll eine Shortlist stehen: fünf Produktideen, die in die nächste Phase gehen. Alles davor ist offenes Terrain. Das ist der Moment, den ein Kreativworkshop braucht, und den er verliert, wenn der Raum nicht mitspielt.

Das Problem mit dem eigenen Besprechungszimmer

Kreativworkshops scheitern selten am Format. Die meisten Moderator:innen wissen, wie Brainstorming funktioniert, was Crazy Eights sind, wie man eine Affinity Map baut. Was fehlt, ist fast immer der Raum.

Im firmeneigenen Besprechungszimmer passiert Folgendes: Jemand springt kurz raus, weil die Kollegin eine Frage hat. Jemand anderes checkt am Laptop die Mails, weil der Bildschirm ohnehin offen ist. Die Wände sind belegt mit dem Whiteboard vom letzten Sprint, das niemand abwischen wollte. Und gegen fünfzehn Uhr klopft jemand an, weil der Raum ab sechzehn Uhr für ein anderes Meeting reserviert ist. Das tötet nicht die Ideen. Es tötet den Zustand, in dem Ideen entstehen.

Weiterführende Informationen dazu bietet McKinsey & Company.

Zwei Ebenen für zwei Phasen

Kreativworkshops leben von einem Rhythmus, den die meisten Räume nicht hergeben. Es gibt die laute Phase: gemeinsam denken, Ideen an die Wand werfen, diskutieren, verwerfen, neu ansetzen. Und es gibt die stille Phase: alleine skizzieren, nachdenken, einen Gedanken zu Ende bringen, bevor man ihn teilt.

Weiterführende Informationen dazu bietet McKinsey & Company.

Im LOFT1080 passiert das auf zwei Ebenen im selben Raum. Die laute Phase findet am Hauptniveau statt, rund um den Meetingtisch, mit Packpapier an der Wand und dem 65-Zoll-Bildschirm für Referenzbilder oder Moodboards. Die stille Phase wandert auf die Plattform, wo jede:r für sich am Workshop-Desk oder an der Bar arbeitet. Oder umgekehrt, je nachdem, was die Moderation vorgibt. Der Punkt ist: Man wechselt den Ort, ohne den Raum zu verlassen. Das klingt nach einem kleinen Detail. In der Praxis verändert es den ganzen Nachmittag.

Weiterführende Informationen dazu bietet Facilitation Academy.

Der Innenhof als dritte Zone

Was wir bei Kreativworkshops am häufigsten beobachten, ist der Moment, in dem die Gruppe feststeckt. Dreißig Haftnotizen an der Wand, aber nichts davon fühlt sich richtig an. Die Moderatorin kennt diesen Punkt. Sie sagt: Fünfzehn Minuten Pause, geht raus.

Im Innenhof passiert dann etwas, das in keinem Methodenbuch steht. Zwei Leute stehen am Grün und reden über etwas, das gar nicht auf der Agenda war. Jemand anderes scrollt kurz durch Referenzbilder auf dem Handy, weil draußen der Kopf frei genug ist, um quer zu denken. Eine dritte Person steht allein und sagt nichts. Wenn die Gruppe nach fünfzehn Minuten reinkommt, sind die nächsten drei Ideen oft die besten des Tages.

Weiterführende Informationen dazu bietet Der Standard.

Was bleibt, bleibt

Ein Kreativworkshop, der über einen halben Tag oder einen ganzen Tag geht, braucht Wände, die nicht abgeräumt werden. Im LOFT1080 bleibt alles stehen, solange ihr gebucht habt. Die Pinnboards, die Haftnotizen, die Packpapier-Bögen, die Skizzen auf der Plattform. Wenn ihr am nächsten Tag wiederkommt, steht alles noch so, wie ihr es verlassen habt. Kein Facility-Management, das um achtzehn Uhr aufräumt. Kein Reinigungsteam, das die Wand abwischt.

Für Workshops, die über mehrere Tage gehen, ist das keine Annehmlichkeit, sondern eine Voraussetzung. Der visuelle Kontext vom Vortag spart eine halbe Stunde Aufwärmzeit, die sonst für das Rekonstruieren draufgeht.

Weiterführende Informationen dazu bietet Deutsche Gesellschaft für Personalführung.

Technik, die da ist, aber nicht stört

Kreativworkshops brauchen selten viel Technik. Aber sie brauchen die richtige. Der 65-Zoll-Bildschirm am Hauptniveau für Moodboards, Referenzen oder den Timer. Die Siebträgermaschine von Bieder & Maier für den dritten Kaffee um sechzehn Uhr. Strom an jedem Platz, damit der eine Laptop, der doch gebraucht wird, nicht am falschen Moment leer ist. WLAN, das funktioniert, ohne dass jemand fragen muss.

Kein Facility-Management, das um achtzehn Uhr aufräumt.

Was wir nicht haben, ist ein Beamer, der den halben Raum verdunkelt und alle in Präsentationsmodus versetzt. Das ist Absicht. Ein Kreativworkshop ist kein Vortrag. Er lebt davon, dass die Leute einander anschauen, nicht eine Leinwand.

Für wen das Format passt

Wir sehen Kreativworkshops von Agenturen, die mit ihren Kund:innen gemeinsam an Kampagnenideen arbeiten. Von Produktteams, die eine neue Feature-Richtung brainstormen. Von Gründer:innen, die mit ihrem Advisory Board eine Positionierung schärfen. Von Berater:innen, die einen Strategieprozess mit einer kreativen Phase starten.

Gemeinsam haben alle: Sie brauchen einen Raum, der Kreativität nicht organisiert, sondern zulässt. Und jemanden, der sich um alles kümmert, was nicht zur kreativen Arbeit gehört.

Wenn ihr einen Kreativworkshop plant, schreibt uns mit Datum, Gruppengröße und einer groben Idee, was passieren soll. Wir sagen euch, welches Paket passt und ob der Raum frei ist: Kontakt.